Stell dir vor, alle Kinder auf der Welt müssten genau die gleichen Schuhe tragen. Schuhgröße 36 für alle! Das wäre ziemlich doof, oder? Einigen wären die Schuhe viel zu groß und sie würden ständig stolpern. Anderen wären sie viel zu klein und die Zehen würden schrecklich wehtun.
Genau so ist das auch beim Lernen. Jeder Kopf funktioniert anders. Und das ist auch gut so! Das nennt man individuelles Lernen. Das bedeutet einfach: Du lernst so, wie es für dich am besten passt.
Warum sind wir alle anders?
In einer Schulklasse sitzen viele verschiedene Kinder.
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Da gibt es Mia. Mia liebt Zahlen. Wenn sie eine Matheaufgabe sieht, fliegen ihre Finger nur so über das Papier. Aber wenn sie ein langes Wort lesen soll, purzeln die Buchstaben in ihrem Kopf manchmal durcheinander.
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Und dann gibt es Ben. Ben kann wunderschöne Geschichten schreiben. Er weiß sofort, wie man „Dinosaurier“ buchstabiert. Aber wenn er Plus und Minus rechnen soll, braucht er ein bisschen länger und zählt heimlich an den Fingern.
Ist Mia schlauer als Ben? Oder Ben schlauer als Mia? Nein, Quatsch! Beide sind super schlau. Sie haben nur verschiedene Superkräfte. Individuelles Lernen bedeutet, dass Mia Hilfe beim Lesen bekommt und Ben mehr Zeit für Mathe hat. So wird niemand traurig und niemand langweilt sich.
Wie funktioniert individuelles Lernen?
Wenn du ganz alleine für dich lernst, kannst du dir deinen Weg selbst aussuchen. Es gibt drei große Geheimnisse, wie das am besten klappt:
1. Dein eigenes Tempo (Nicht rennen, nicht trödeln)
Manche Sachen versteht man sofort. Zack – und es ist im Kopf! Andere Sachen sind wie ein großes Rätsel. Man muss sie zwei, drei oder viermal anschauen. Beim individuellen Lernen schimpft niemand mit dir, wenn du länger brauchst. Du darfst dir so viel Zeit nehmen, wie du willst. Du bist der Chef deiner Zeit!
2. Dein eigener Weg
Wie merkst du dir Sachen am besten?
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Durch Gucken: Brauchst du bunte Bilder, Videos oder Zeichnungen?
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Durch Hören: Hilft es dir, wenn dir jemand eine Geschichte vorliest oder du ein Lied dazu singst?
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Durch Machen: Musst du die Dinge anfassen? Zum Beispiel mit echten Apfelstücken rechnen, um Minusaufgaben zu verstehen?
Alles ist erlaubt! Hauptsache, es macht Klick in deinem Kopf.
3. Deine Lieblingsthemen
Wenn man etwas lernen muss, das man total langweilig findet, schläft das Gehirn fast ein. Aber wenn du dich für den Weltraum, für Pferde oder für Fußball interessierst, dann saugt dein Kopf die Infos auf wie ein Schwamm. Beim eigenen Lernen kann man oft Themen wählen, die man richtig spannend findet.
Die drei goldenen Regeln für dein Gehirn
Damit das Lernen zu Hause oder in der Schule richtig Spaß macht, gibt es drei kleine Tricks, die jeder kennen sollte.
| Regel | Was bedeutet das? | Warum ist das wichtig? |
| Fehler sind Freunde! | Wenn etwas falsch ist, ist das nicht schlimm. | Aus Fehlern lernt man am allermeisten. Wer keine Fehler macht, probiert nichts Neues aus. |
| Mach Pausen! | Nach dem Lernen braucht das Gehirn frische Luft oder ein Spiel. | Im Schlaf und in der Pause räumt das Gehirn die neuen Infos in die richtigen Schubladen. |
| Feiere dich selbst! | Freu dich, wenn du etwas geschafft hast. | Ein lautes „Juhu, ich kann das!“ macht Mut für das nächste Mal. |
Warum macht uns das glücklich?
Wenn wir immer nur das machen müssen, was alle anderen machen, verlieren wir irgendwann die Lust. Aber wenn wir merken: „Hey, ich habe das ganz alleine geschafft, und zwar auf meine Art!“, dann macht uns das stolz. Das fühlt sich an wie ein Pokal, den man beim Sport gewinnt.
Dein Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn du ihn richtig trainierst – nicht zu fest und nicht zu locker –, dann wird er jeden Tag ein bisschen stärker.